Clematis – Blütenstern am Firmament

Eine wahrhaft aristokratische Erscheinung ist die Waldrebe (Clematis) mit ihren filigranen Triebe und den sternförmigen, juwelengleich gefärbten Blüten. Und dabei entwickelt sie keinerlei Allüren, sondern gibt sich robust und pflegeleicht.

Um die Königin der Kletterpflanzen in voller Pracht genießen zu können, muss man ihr „kleines Geheimnis“ kennen – nämlich, zu welcher Schnittgruppe sie gehört. Denn davon hängt ab, wann geschnitten werden muss, damit die Pflanze nicht von unten verkahlt und durchgängig üppige Blütenpracht entwickelt. Die wichtigste Faustregel lautet: Der Schnitt erfolgt in Abhängigkeit von der Blütezeit.

So blühen sie am schönsten 

Frühblühende Waldreben (Blüte ab Ende April) haben die Blüten im Frühjahr bereits am Vorjahrestrieb angelegt; deshalb schneidet man niemals vor, sondern immer direkt nach der Blüte zurück. Bei älteren und zu großen Pflanzen ruhig um die Hälfte; jüngere Pflanzen haben oft gar keinen Schnitt nötig. Zu dieser Gruppe gehören die Bergwaldrebe (Clematis montana) und Alpenwaldreben (C. alpina und C. macropetala). 

Die Frühsommerblüher (Blüte ab Juni) blühen an diesjährigen Kurztrieben einjähriger Langtriebe. Klingt kompliziert , ist es aber nicht: Man kürzt sie  jährlich vor dem Austrieb um etwa 20 cm ein. Zu dieser Gruppe gehören die meisten großblumigen Hybriden wie 'Lasurstern', 'Madame Le Coultre' und 'Königskind'.

Die Sommerblüher (Blüte im Juli) blühen an diesjährigen Trieben. Daraus ergibt sich: Rückschnitt auf 30 bis 50 cm im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Zu dieser Gruppe gehören die Arten und Sorten von C. viticella und C. jackmannii wie 'Rouge Cardinal', 'Ville de Lyon' und 'Etoile Violette'.

Der Schnitt erfolgt etwa ½ cm über einem Blattknospenpaar. Und was mögen Waldreben sonst noch so? Feuchte Füße und Sonne im Gesicht. Das heißt: Der Boden im Wurzelbereich sollte nie ganz austrocknen und stets im Schatten liegen (Mulchen ist eine gute Hilfe; Staunässe jedoch vermeiden). Die meisten Sorten sind sehr sonnenverträglich, kommen aber auch mit lichtem Schatten zurecht. Clematis sind in vielen bewährten und beliebten Sorten zu haben. Wer allerdings neue Bekanntschaften schließen möchte, probiert die dicht gefüllte, dunkelviolett-blaue 'Franziska Maria'®, die hellblaue Sternen-Waldrebe 'Crystal Fountain'™ mit langen, fast weißen Staubfäden oder die elegante rosafarbene 'Ooh La La'™ mit dunklerer Mittelrippe. 

Kletter-Künstlerin

Clematis hüllen Mauern und Fassaden, Zäune, Lauben, Pergolen, Rankgerüste und Sichtschutzwände in ein wunderschönes Blütenkleid. Aber: Die Waldrebe ist kein Selbstklimmer, sondern ein sogenannter Blattstielranker. Das heißt: Sie benötigt eine Kletterhilfe, an die sie sich mit ihren korkenzieherartigen Blattranken klammern kann. Diese Kletterhilfe darf höchstens bleistiftdick sein, damit es die Pflanze aus eigener Kraft schafft. Ansonsten gibt man ihr durch Anbinden Halt.

Nicht alle genannten Sorten sind dauerhaft im Gartencenter erhältlich. Wir helfen gerne bei der Auswahl.

© Rossipaul Kommunikation / Sonntag