Bienen und Schmetterlinge im eigenen Garten!

Sie sind im Garten gern gesehene Gäste. Mit bunten Mustern auf ihren Flügeln, fröhlichem Summen und Flugpirouetten verbreiten sie gute Laune. Außerdem tragen sie als fleißige Bestäuber dazu bei, dass der Pollentransport sichergestellt ist. Ein Großteil unserer Blütenpflanzen ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Helfen Sie also mit, mehr Nahrungsangebote und Lebensräume zu schaffen. Lassen Sie es in Ihrem Garten und auf dem Balkon blühen!

Es ist ganz leicht, seinen Garten für Bienen und Schmetterlinge nützlich zu gestalten. Nektar spendende Pflanzen in Beeten und auch auf dem Balkon lassen sich einfach pflegen. Gestalten Sie Kübel und Beet so, dass möglichst immer etwas blüht und somit Nahrung zur Verfügung steht. So werden Bienen und Schmetterlinge kontinuierlich fündig und sind keinen starken Schwankungen im Nahrungsangebot ausgesetzt.

Der einfachste Einstieg in einen insektenfreundlichen Garten ist ein Wildblumenbeet. Es gibt speziell für Bienen und Schmetterlinge zusammengestellte Samenmischungen, die Beete in wahre Blütenteppiche verwandeln. Diese können Sie auch in großen Kübeln oder Balkonkästen ansäen. Einheimische Stauden liefern für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ausreichend Pollen und Nektar sowie einen geeigneten Lebensraum. Nur gefüllte Blüten sind für unsere Insektenfreunde nicht geeignet, da es keinen Zugang zum Blüteninneren gibt.

Sie müssen auch nicht vollständig auf exotische Pflanzen verzichten. Exotische Nektarspender sind z.B. Blaukissen (Aubrieta), Kapuzinerkresse (Tropaeolum) und Zinnie (Zinnia elegans).


WUSSTEN SIE SCHON?

Bienen sind schon von jeher ein Symbol des Fleißes und der Arbeit. Für ein Glas Honig (500 g) müssen Bienen insgesamt 2 Millionen Blüten anfliegen und eine Strecke von 120.000 km zurücklegen. Und für einen Löffel Honig fliegen 24 Bienen einen ganzen Tag lang. Honig war als Speise der Götter wertvoll und begehrt. In der ägyptischen Mythologie galten Bienen als herabfallende Tränen des Sonnengottes Ra. Schmetterlinge wiederum sind das Sinnbild für Wiedergeburt. Denn aus einer unscheinbaren Raupe bzw. einem Kokon schlüpft nach einiger Zeit ein bunter Falter und fliegt davon.



Der Sommerflieder (Buddleja) ist der bekannteste Blütenstrauch, um Schmetterlinge anzulocken. Daher wird er im Volksmund auch Schmetterlingsflieder genannt. Während seiner Blütezeit von Juli bis Oktober können zahlreiche Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Admiral oder Kleiner Fuchs beim Nektartrinken beobachtet werden. Seine bis zu 30 cm langen Blütenrispen duften süß honigartig und leuchten in Weiß, Rosa- und Rottönen bis hin zu Lila und Blau. Er gedeiht am besten an einem sonnigen Standort mit trockenem, durchlässigen Boden. Besonders stilvoll wirkt der Sommerflieder, wenn Sie ihn mit verschiedenen Stauden, Rosen oder auch Gräsern kombinieren. Durch die variierenden Blütenformen und -farben entstehen wunderbare Kontraste.

Kompakt wachsende Fliedersorten eignen sich auch hervorragend für die Kübelbepflanzung. Achten Sie darauf, dass der Kübel möglichst groß und das Substrat mager ist. Mischen Sie hierfür Tonscherben oder Blähton mit in die Erde.


PFLANZEN VON FRüHJAHR BIS HERBST.

Planen Sie Ihre Pflanzung so, dass vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst immer etwas blüht. Im Frühling liefern bereits Blaustern (Scilla), Schlüsselblume (Primula veris) und Margerite (Leucanthemum) flüssige Nahrung. Blühende Kräuter sind ebenfalls sehr beliebte Nektarpflanzen. Salbei (Salvia), Melisse (Melissa) oder Thymian (Thymus) verströmen selbst für uns einen traumhaften Duft. Auch die Blüten von Basilikum (Ocimum basilicum), Liebstöckel (Levisticum), Dost (Origanum) sowie Minze (Mentha) und Zitronenmelisse (Melissa officinalis) locken sie an.

Prachtkerzen (Gaura), Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) und Astern (Aster) sind besonders beliebt. Bunte Blüher wie Storchschnabel (Geranium), Weidenröschen (Epilobium), Flammenblume (Phlox) und Spinnenblume (Cleome) bringen Farbe in den Garten und locken zusätzlich Schmetterlinge an. Weitere Nektarpflanzen für Falter sind Bartblumen (Caryopteris), Disteln – zahlreiche Arten und Gartenformen, auch Edeldisteln (Eryngium), Judastaler (Lunaria), Lavendel (Lavandula), Prachtscharte (Liatris) und Steinkraut (Alyssum).

Doch besonders die Düfte der Blüten führen die Insekten auf direktem Weg zu ihnen. Im Frühling naschen sie besonders gern vom Nektar des Duftveilchens (Viola odorata), des Blaukissens (Aubretia) und auch des Vergissmeinnichts (Myosotis). Die Sonnenwende (Heliotropium arborescens), meist Vanilleblume genannt, besuchen sie fleißig ab Mai. Bis in den Oktober hinein bildet der Duftsteinrich (Lobularia) dichte Blütenpolster und ist so eine wahre Bienenweide. Im Sommer locken die Düfte der Katzenminze (Nepeta) und Kugeldistel (Echinops). Duftnessel (Agastache), Dahlien (Dahlia), Sonnenblume (Helianthus) und Sonnenhut (Rudbeckia) sind ebenfalls sehr beliebt. Im Spätsommer und Herbst finden sie noch in Astern (Aster), Schein-Sonnenhut (Echinacea) und der Fetthenne (Sedum) reichlich Nektar.


Bienen fliegen besonders auf Farben wie Weiß, Gelb oder Orange. Auch auf z.B. pinkfarbene Blüten fliegen sie, wenn der Blütenstempel in einer dieser Farben ist.


ABENDLICHER FLUGVERKEHR.

Der Großteil unserer Schmetterlinge ist nachtaktiv. Sie lassen sich gerne auf Geiflblatt (Lonicera), Nachtkerze (Oenothera) oder Italienischem Leimkraut (Silene italica) nieder. Die sogenannten Abend- oder Nachtduftpflanzen sind auch für uns ein wahrer Duftgenuss. Ihre Blüte fällt meist in die Zeit der lauen Sommernächte, die man gerne draußen im Garten verbringt. Besonders schön sind Taglilien (Hemerocallis), Königslilien (Lilium regale) und Ziertabak (Nicotiana alata) in hellen Farben wie Gelb, Orange und Weiß.

Abend- / Nachtduftpflanzen:
Wunderblume (Mirabilis jalapa)
Nachtjasmin (Cestrum nocturnum)
Sternbalsam (Zaluzianskya capensis)
Nachtviole (Hesperis matronalis)
Stechapfel (Datura stramonium)


LASSEN SIE SCHMETTERLINGE IM GARTEN HERANWACHSEN.

Auf Brennnesseln, Disteln und anderen „Unkräutern“ fühlen sich die Raupen vom Kleinen Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, C-Falter, Distelfalter und Landkärtchen wie im Schlaraffenland. Ginster (Genista), Wicke (Vicia) oder die Himbeere (Rubus) sind beliebte Futterpflanzen der Schmetterlingsraupe. Apfel, Kirsche, Hasel- und Walnuss locken die Raupen an und die Schmetterlinge saugen im Herbst auch mal gerne am saftigen Fallobst.
Als Winterschutz lassen Sie an einigen Stellen etwas Herbstlaub angehäufelt liegen und schneiden Sie nicht alle Samen- und Fruchtstände Ihrer Pflanzen ab. Die Eier und Puppen der Schmetterlinge überwintern zwischen den Blattresten und manchmal sogar der ein oder andere Schmetterling selbst.

Der Zitronenfalter beispielsweise ist ein ganz besonderer Überlebenskünstler. Er übersteht sogar bis zu -20 °C. Ein „Frostschutzmittel“ in seinem Blut bewahrt ihn vor dem Erfrieren. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs dagegen vertragen keinen Frost. Diese Schmetterlinge suchen sich ein geschütztes Plätzchen in Geräteschuppen, auf Dachböden oder einem Insektenhotel.

Nicht alle genannten Sorten sind dauerhaft im Gartencenter erhältlich. Wir helfen gerne bei der Auswahl. Quelle: Talking Brands